Archiv 2017

Bethlehem heißt Haus des Brotes

In jedem Jahr macht ein Licht aus Bethlehem die Reise
in die Welt. Auch zu uns wird es seit Jahren am Heiligen Abend in die Kirche
gebracht. Habbo Harms aus Westerende hat es für in Empfang genommen und es
nach Arle gebracht: Ein Licht der Hoffnung auf Licht und Frieden für die Welt.
Aber auch ein Licht für jeden Menschen hier bei uns, der traurig ist und in dem
sich Dunkelheit breit macht. In unserem Taufbecken brennt es und wer will, kann
es mit nach Hause nehmen oder zu den Menschen bringen, die sich nach Licht und
Wärme sehnen. Bitte Laternen oder Kerzen im Glas mitbringen!


An dieser Stelle herzlichen Dank an Habbo Harms!


Gedanken zur Jahreslosung 2017

 

„Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch,“ sagt Gott durch den Propheten Hesekiel. (Hes. 36,26)

Dieser Satz ist die Jahreslosung für 2017. Ein neues Herz, einen neuen Geist…

Das alte Herz – verbraucht, verängstigt, verstockt. Oder müde und verzagt, enttäuscht und mutlos?

Der alte Geist – beginnt er jeden Satz mit „aber“? Traut er sich nicht, Neues zu denken und zu wagen? Klebt er fest in Konventionen? „Das war immer so…“

Menschen brauchen Sicherheit und das Gefühl der Zugehörigkeit und Geborgenheit. Das finden wir in Traditionen und Gewohnheiten. Manchmal vergessen wir den Sinn dahinten. Manchmal spüren wir auch, dass es uns hemmt und lähmt, das zu tun, was immer schon so war. Manchmal wollen wir Neues ausprobieren und wagen.

Manchmal müssen wir sogar umdenken und umkehren. Das war denen aus dem Volk Israel klar, die nach Babylonien verschleppt worden waren: So geht es nicht weiter. Wir sind verantwortlich für diese Situation.  

Gerne schieben wir die Verantwortung weg – hin zu den anderen, den Politikern, den Wirtschaftsbossen – wir haben nichts damit zu tun. Gott sagt durch den Propheten: „Doch, Ihr habt etwas damit zu tun. Ihr tragt Verantwortung und könnt Euch nicht davor drücken.“ Gott sagt sogar: „Schämt Euch!“

Manchmal müssen wir umkehren und Verantwortung übernehmen. Das ist schwer! Aber Gott sagt uns Hilfe zu: „Ich schenke euch ein neues Herz und lege einen neuen Geist in euch.“

Möge sich Angst in Mut wenden, Verzagtheit in Hoffnung, Müdigkeit in Tatkraft, „aber“ in „trotzdem“, Hass in Liebe, Ablehnung in Unterstützung, Verachtung in Respekt.

Möge das neue Herz und der neue Geist einziehen in uns, in unsere Dörfer, in unser Land.

Der Prophet Hesekiel hat den Menschen damals Visionen ins Herz gelegt, Bilder davon, wie es auch sein könnte. Ohne Visionen verkümmert das Volk, war die Erkenntnis der Propheten. Ohne Visionen verkümmern wir.

Das neue Herz und der neue Geist möge uns Gegenbilder schenken, die uns ermutigen zu Menschlichkeit, Freundlichkeit und einem respektvollen Miteinander. Davon leben alte und junge Menschen, Frauen und Männer, Christen und Andersgläubige, Fremde und Einheimische, Menschen unterschiedlicher Lebensweise, Menschen mit und ohne Behinderung oder Krankheit.

Wir haben das Jahr 2017. Wir bedenken und feiern, was mutige und entschlossene Männer und Frauen vor 500 Jahren gewagt haben - Reformation. Wir bitten um ein neues Herz und einen neuen Geist.

 

Hilke Osterwald


Reformation 2017

 

Auf vielen ostfriesischen Kirchtürmen ist ein Schwan als Wetterfahne zu sehen. „Warum ein Schwan?“ hat mich neulich einer gefragt, der hierher zugezogen ist.

Warum ein Schwan?

Der Schwan ist ein Zeichen für Martin Luther.

Einer seiner Vorgänger, der tschechische Reformator Johannes Hus, auf Deutsch: Johannes Gans, wurde 1415 von der katholischen Kirche wegen Ketzerei zum Tod verurteilt. Auf dem Weg zum Scheiterhaufen soll er gesagt haben: "Heut in des argen Feuers Glut, ein arme Gans ihr braten tut, nach hundert Jahren kommt ein Schwan, den sollt ihr ungebraten lan (lassen)."

Und fast genau 100 Jahre später schlug Martin Luther im Jahr 1517 seine 95 Thesen an die Tür der Schlosskirche zu Wittenberg und läutete so die Reformation in Deutschland ein. Seitdem wurde die Prophezeiung von Hus auf Luther bezogen und Luther auf Bildern häufig mit einem Schwan dargestellt.

 

Haben Sie als Kind auch gesungen: „Martinus Luther war ein Christ, ein glaubensstarker Mann. Weil heute sein Geburtstag ist, zünd ich ein Lichtlein an.“ Nun ist im November wieder sein Geburtstag und Kinder ziehen von Haus zu Haus. Aber vorher ist ein großes Fest der Reformation: 500 Jahre sind seit dem Thesenanschlag vergangen.

Was haben wir Luther zu verdanken? In einer Zeit, in der der Papst als Stellvertreter Christi auf Erden die rechte Lehre vorgab, spricht Luther vom Priestertum aller Getauften oder aller Gläubigen. Er wertet Männer und Frauen in den Gemeinden auf und spricht ihnen Verantwortung und Kompetenz zu. Das und vieles mehr hat Kirche nicht nur reformiert sondern auch revolutioniert. Und sie bewegt sich weiter – unsere Kirche und die Reformation.

Das feiern wir zusammen in Norden. Wer mitfahren möchte und eine Mitfahrgelegenheit bietet oder sucht, melde sich bitte im Kirchenbüro.

 

31. Oktober 2017 , Ludgerikirche, Norden, 18.00 Uhr

Reformationsfest - 500. JAHRESTAG DER REFORMATION: ...

J.S.Bach: Kantate "Ein feste Burg ist unser Gott"
F. Mendelssohn-Bartholdy: Symphonie Nr. 2 "Lobgesang"
Solisten / Höchberger Kammerorchester / Ludgerikantorei / Sängerinnen und Sänger aus dem gesamten Kirchenkreis Norden
Musikalische Leitung: Kirchenkreiskantor Thiemo Janssen
Festpredigt: Sup. Dr. Helmut Kirschstein